Vorschau: Bayonetta 2

Über 4 Jahre ist es bereits her, seit die abgedrehte Umbrella-Hexe Bayonetta ihr Debüt auf PlayStation 3 und Xbox 360 feierte. Fans, des von Kritikern hochgelobten Action-Spektakels, warten seitdem sehnsüchtig auf einen Nachfolger. Mit Nintendo als Publisher und einer neuen Frisur im Gepäck, geht die unkonventionelle Hexe nun in ihre zweite Runde. Wir konnten bereits die ersten 4 Kapitel des fertigen Spiels anspielen und uns so einen ersten Eindruck in das Wii U exklusive Engel-Gemetzel aus dem Hause Platinum Games verschaffen.

Der Tag hätte so schön werden können!

Cereza a.k.a Bayonetta ist gerade auf dem Heimweg von einer ausgiebigen Shopping-Tour, als ein Flugzeug, vollgepackt mit feindlichen Monstern, auf die Stadt zusteuert. Mit Hexenkollegin Jeanne an ihrer Seite sind die Flügelkreaturen schnell beseitigt, doch bahnt sich durch eine fehlgeschlagene Beschwörung sogleich das nächste Unheil an. Dem Dämonendrache Gomorrah gelingt es, sich zu befreien und die Seele von Jeanne ins Inferno zu ziehen. Nach einem spektakulären Kampf schafft es Bayonetta zwar, Gomorrah zurückzuschlagen, doch bleibt sie mit dem leblosen Körper ihrer Freundin in den Händen zurück.

Um Jeanne zu retten, macht sie sich nun auf den Weg zur Hölle selbst, um die dort umherirrende Seele zu finden und wieder mit ihrem Körper zu vereinen. So viel zur Ausgangslage. Mit viel abgedrehtem Humor und spektakulären Actionsequenzen begrüßt uns Platinums neuestes Werk und macht unverkennbar klar, dass wir es hier mit dem Nachfolger eines der abgedrehtesten Videospiele der vergangenen Konsolengeneration zu tun haben.

Alte Stärken weiter ausgebaut!

Am grundlegenden Kampfsystem hat sich nicht viel verändert, ist jedoch nochmals um einiges vielfältiger und bietet durch die Möglichkeit on-the-fly zwischen zwei vorher im Menü angelegten Waffensets zu wechseln, eine schöne Dynamik und Geschwindigkeit. Einmal mehr steht mit dem passenden Timing auch die Hexenzeit wieder zur Verfügung, welche die Bewegungen eurer Gegner für eine kurze Zeit verlangsamen und euch so die Möglichkeit bietet, ordentlich Schaden auszuteilen. Auch das kreative Monsterdesign, das zuweilen meist an religiösen Gestalten angelehnt ist, ist wieder klar zu erkennen.

Neben den Standardwaffen, den Love Blue Pistolen, werdet ihr im Laufe des Spiels noch weitere Waffen freispielen können, die ihr anschließend jeweils an die Beine und/oder die Arme der Hexe ausrüsten und euch so individuelle Kombos im Kampf ermöglichen könnt. Neue Upgrades, Items und Ausrüstungsgegenstände könnt ihr wie gewohnt beim dämonischen Waffenhändler Rodin, mit Heiligenscheinen, die ihr zuvor gesammelt habt, kaufen. Die Level bieten bislang einen größeren Freiraum zum Erkunden und sind nicht immer so strikt linear aufgebaut, wie die des Vorgängers. Allerlei Sammelobjekte und zerstörbare Objekte zieren hier die Areale, auch Unterwasser! Gefundene Gegenstände können jetzt übrigens im Menü, zu neuen Items verschmolzen werden.

Bombastische Inszenierung

Richtig rund geht es bei den Bossfights. Was hier nämlich inszenatorisch geboten wird, gehört zum Besten, was das Genre hergibt. Riesige Kreaturen, die ein Effekte-Feuerwerk nach dem anderen abliefern, bäumen sich vor einem auf und müssen an Land, zu Wasser oder in der Luft bekämpft werden. Manchmal sogar gleichzeitig! Die Übersicht und Orientierung kann dadurch allerdings hier und da verloren gehen. Auch einige grobe Texturen und unsaubere Schatten fallen beim genaueren Hinsehen vermehrt auf, trüben das Gesamtbild des Spiels allerdings nur minimal. Die Gebiete leben von ihrem kreativen Artdesign und den starken Effekten, die in der Geschwindigkeit des Spiels das passende optische Feedback vermitteln. Stets untermalt von einem Soundtrack, der von J-Pop über Jazz, bis hin zur Klassik reicht.

PROGNOSE

Bayonetta 2 hinterlässt einen starken ersten Eindruck. Direkt, flüssig und mit nur seltenen Einbrüchen der Bildrate, stellt es eine konsequente Weiterentwicklung des ohnehin schon guten Kampfsystems des Vorgängers dar. Die Areale sind im Vergleich bisher weitläufiger und bieten mehr Platz für Erkundung und Sammelgegenstände. Auch was Optik und Inszenierung angeht wurde noch mal eine ganze Schippe draufgelegt, wenn es auch kleinere technische Mängel gibt. Einzig die Geschichte muss sich noch beweisen, die sich aber glücklicherweise bislang erneut durch viel Humor auszeichnet und sich selbst dadurch nicht allzu ernst nimmt. Ob und wie sich das ganze über die komplette Spielzeit streckt, muss sich noch zeigen. Aber so viel sei schon mal gesagt: Wer auf Charakter-Action Games steht, wird diesen Herbst nicht um Bayonetta 2 herumkommen!

 

Getestet auf Wii U

Ouji

Ouji

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