Im Test: Life is Strange Episode 3: Chaos Theory

Ich schaue mir in fünf separaten Tests das neue Adventure von Dontnod Entertainment genauer an und erzählen euch, was die einzelnen Episoden jeweils zu bieten haben. Heute geht es weiter mit Episode 3: Chaos Theory. Stellt euch vor ihr wacht eines Tages auf und besitzt plötzlich die Fähigkeit die Zeit zurückzudrehen. Was würdet ihr tun? Genau mit dieser Frage muss sich Max Caulfield in Life is Strange auseinandersetzen.

Bedrückte Stimmung

Je nachdem wie ihr euch am Ende der letzten Episode verhalten habt, hat eure Klassenkameradin Kate überlebt oder sich selbst durch den Sprung vom Dach umgebracht. Die Stimmung an der angesehenen Hochschule ist in jedem Fall bedrückt und auch Max selbst ist noch sichtlich geschafft von den Ereignissen des Tages. Weil sie ohnehin nicht einschlafen kann, trifft sie sich nachts spontan mit Chloe, um den Kopf etwas frei zu bekommen. Beide vermuten, dass die Schule weiterhin Informationen bezüglich des Verschwindens von Rachel Amber zurückhält und dass auch all die merkwürdigen Dinge die derzeit in Arcadia Bay geschehen, in irgendeiner Weise damit in Verbindung stehen müssen. Kurzerhand entscheiden sie sich in das Büro des Direktors einzubrechen, um dort nach Anhaltspunkten im Computer und in den Schulakten nachzuforschen. Ihre Suche nach weiteren Hinweisen führt sie dabei zu bereits bekannten Charakteren wie dem Drogendealer Frank Bowlers oder dem verzogenen Mitschüler Nathan von der reichen Prescott Familie. Wir lernen weitere interessante Details über deren Hintergründe und in welcher Weise sie mit Rachel Amber in Verbindung stehen. Auch erfahren wir die genauen Todesumstände von Chloes Vater und wie gravierend sich ab diesem Ereignis ihre Persönlichkeit verändert haben muss.

Toller Aufbau

Wie bereits die vergangene Episode startet auch Chaos Theory eher gemächlich. Dem Spieler wird Zeit gelassen, die Folgen von Kates Aktion an der Blackwell Academy selbst zu erleben, was sich vor allem in dem getrübten Auftreten der anderen Mitschüler sowie in der allgemeinen Stille am Campus sehr gut widerspiegelt. Unabhängig davon bleibt das natürlich nicht die ganze Zeit über so, denn auch in der dritten Episode beweisen die Entwickler einmal mehr, wie man die Spielzeit von 2-3 Stunden dramaturgisch gelungen in Szene setzen kann. Neben ruhigen und tollen Momenten mit Max und Chloe gibt es auch spannende Momente, wie Verfolgungen oder neue Rätsel-Abschnitte. Dabei werden wieder bekannte Orte wie Chloes Haus, der Imbiss ihrer Mutter, aber auch neue Gebiete wie das Büro des Direktors oder das große Hallenbad der Blackwell Academy besucht. Besonders nervenaufreibend wird es zum Ende der Episode, wenn ein komplett neues Story- und Gameplayelement eingeführt wird, das den gesamten bisherigen Verlauf der Geschichte auf den Kopf stellt. Beendet wird das ganze mit dem bislang stärksten Cliffhanger des Spiels, der die Wartezeit auf die nächste Episode beinahe unerträglich macht

Spielereien mit der Zeit

In Sachen Gameplay gibt es in „Chaos Theory“ die bislang wohl längsten und zahlreichsten Rätselpassagen, was glücklicherweise auch wieder damit einhergeht, dass es eine Menge Interaktionsmöglichkeiten innerhalb der Spielwelt gibt. Dass man anderen Charakteren mithilfe der Zeitrückspulmechanik gekonnt neue Informationen entlocken kann, macht weiterhin Spaß und wird noch wichtiger, um am Ende auch an das gewünschte Ziel, wie zum Beispiel einen bestimmten Gegenstand, zu gelangen. Trotz einigem Trial & Error, haben wir es dieses Mal mit den bisher interessantesten Rätseln des Spiels zu tun, welche zudem noch gelungen in die Geschichte eingebunden sind. Besonders zum Ende hin überrascht das Spiel hier mit einigen cleveren Kniffen. Audiovisuell führt wie zu erwarten auch „Chaos Theory“ die bereits bekannten Stärken und Schwächen aus den vergangenen Episoden fort.

FAZIT

Auch die dritte Episode von Life is Strange kann das hohe Niveau des Spiels weiter beibehalten und mit einigen Szenen sogar nochmals übertrumpfen. „Chaos Theory“ bietet in seinen 2-3 Stunden viel dramaturgische Abwechslung und kann fast ohne jegliche Füller-Szenen auskommen. Die eigenen Entscheidungen aus der vergangenen Episode werden konsequent weitergeführt und sind nun auch deutlich spürbar eingetreten. Wir erfahren neue Details über Rachel Amber und ihr Verhältnis zu bereits bekannten Charakteren und kommen langsam aber sicher dem großen Geheimnis rund um das kleine Städtchen Arcadia Bay auf die Spur. Gameplay-technisch werden dieses Mal die bisher interessantesten Rätsel geboten und auch die Geschichte rund um Max´ mysteriöse Kräfte nimmt wieder mehr an Fahrt auf. Der abschließende Twist und Cliffhanger zum Ende der Episode gehört dabei zu den besten Szenen im gesamten Spiel und lässt viel Raum für Spekulation, wie es denn nun mit Max und Chloe weitergehen wird. Wir sind jedenfalls sehr gespannt, welche Auflösung(en) uns Dontnod Entertainment am Ende liefern wird.

 

Getestet auf PlayStation 4

Ouji

Ouji

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