Vorschau: Kingdom Hearts: Melody of Memory

Mit Kingdom Hearts: Melody of Memory erhält die Reihe nach zahlreichen Spin-Offs und Neuauflagen, nun auch ihren wohlverdienten ersten Rhythmus-Game-Ableger. Endlich! Wie beim quasi großen Geschwisterlein Final Fantasy, trägt die Musik auch in Kingdom Hearts einen essentiellen Teil zur Faszination und Atmosphäre der Spiele bei. Ein nur allzu logischer Schritt also, dass die beliebten Kompositionen aus der Feder von Yoko Shimomura nun auch mal im Rampenlicht stehen dürfen. Bis zum Release der Vollversion dauert es zwar noch ein paar Wochen, durch die gerade veröffentlichte freie Demo für PlayStation 4 und Nintendo Switch, konnte ich mir aber schon jetzt einen ersten handfesten Eindruck vom Spiel verschaffen.

Melody of Memory unterteilt seine Songs  -ähnlich wie schon Theatrhythm: Final Fantasy – in drei Kategorien: Memory Dives, Bosskämpfe und Feldkämpfe, wovon in der Demo allerdings nur vier Songs aus der letzten Kategorie verfügbar sind. Das Prinzip ist dabei denkbar einfach: Ihr bewegt euch in einem Dreierteam auf Notenblatt-ähnlichen Linien automatisch durch die Level, wobei euch im Takt der Musik, Gegner und andere Hindernisse entgegenkommen. Mit Hilfe der korrekten und richtig getimten Eingaben, weicht ihr diesen aus bzw. schlagt sie aus dem Weg. Falls ihr das nicht rechtzeitig schafft, werden euch HP abgezogen, was wiederum bei einem komplett leeren Lebensbalken „Game Over“ bedeutet.

Interessant und zunächst ungewohnt ist, dass tatsächlich Action-Elemente mit in das Rhythmus-Gameplay eingeflochten wurden. Während man bei den Charakteren links (Donald) und rechts (Goofy) von sich lediglich darauf achten muss, jeweils eine Taste im richtigen Moment zu drücken, muss man als Sora in der Mitte stets aufmerksam die anbahnenden Hindernis-Typen im Auge behalten. Das bedeutet schlagen (O), springen (X), Spezialfähigkeiten einsetzen (/\) oder Fliegen (O gedrückt + Analogstick-Steuerung) und dabei Noten einsammeln. Manchmal auch direkt hintereinander, gleichzeitig und zusätzlich zur Steuerung der beiden anderen Figuren. Durch die zusätzliche Dreifachbelegung der Angriffsknöpfe, war das für mich am Anfang etwas zu viel des Guten, was zu falschen oder überhasteten Eingaben führte. Von Natur aus gute Multitasker sind hier klar im Vorteil, aber auch das Problem legte sich zum Glück nach einiger Zeit. Ein wirklicher Flow zur Musik entwickelte sich Rhythmus-Spiel-typisch für mich übrigens erst ab dem normalen Schwierigkeitsgrad, der mir auf Grund der erhöhten Anzahl Hindernisse bzw. zu treffenden Noten, deshalb auch besser liegt als der eigentliche Easy-Modus.

Im Gegensatz zu bspw. Theatrhythm, präsentiert sich das Ganze komplett in dreidimensionalen Umgebungen, was zum einen mehr Dynamik in das Spielgeschehen bringt und zum anderen das Durchstreifen der Welten aus den verschiedenen Kingdom Hearts-Abenteuern gelungen visualisiert. Allerdings sorgt die Perspektive auch dafür, dass man weniger Übersicht hat und die Abstände zu den Hindernissen schwerer abzuschätzen sind, was insbesondere bei großen Anhäufungen von Gegnern und verschiedenen Tasteneingaben, schnell zu Chaos führen kann. Hier hilft wohl nur auswendig lernen und weiter üben, oder aber alternativ auf den sogenannten „Einzel-Stil“ zu wechseln, der die Steuerung komplett entschlackt. Mit diesem wird nämlich nur noch eine Taste für sämtliche Aktionen benötigt. Das ist besonders für körperlich eingeschränkte Leute eine wunderbare Option, aber auch für alle, die sich ausschließlich auf den Rhythmus-Aspekt konzentrieren möchten, ohne auf die Action-Elemente groß achtgeben zu müssen.

Einen weiteren Vorgeschmack bietet die Demo zudem auf den Zwei-Spieler-Koop-Modus, bei dem ihr gemeinsam lokal Level bestreiten könnt. Statt drei Figuren, gibt es hier nur Sora und Riku, die von jeweils einem Spieler gesteuert werden. In diesem Modus sind die Level nochmal speziell auf das Koop-Gameplay angepasst, wodurch bspw. neue Gegnerplatzierungen eure Timing-Fähigkeiten im Team auf die Probe stellen. Im fertigen Game wird es darüber hinaus auch einen kompetitiven Versus-Modus geben, bei dem ihr gegeneinander um die höchste Punktzahl spielt.

Trotz anfänglicher Eingewöhnungsphase, hat mir Kingdom Hearts: Melody of Memory in der kurzen Demo bereits eine Menge Spaß bereitet. Das Spielprinzip hat mich wie erwartet in seinen Bann gezogen und die Jagd nach fehlerlosen Läufen wird mich in Zukunft sicher wieder unzählige Stunden und Nerven kosten. Vielen Dank dafür schon mal Square! Mit über 140 bestätigten Songs dürfte es im fertigen Spiel auch eine Weile nicht an Content mangeln. Die Level bieten sich mit jeweils etwa zwei Minuten Länge übrigens auch perfekt für ein paar schnelle Runden zwischendurch an, wovon besonders die Switch-Version profitieren wird. Ich bin gespannt, wie sich die restlichen Modi und Songkategorien spielen werden und auch storytechnisch soll Melody of Memory ja einige neue Erkenntnisse bringen. Ansonsten freue ich mich einfach auf dieses rundum wohlige Kingdom Hearts-Musik-Paket, passend zur anstehenden Vorweihnachtszeit!

Kingdom Hearts: Melody of Memory erscheint am 13. November 2020 für PlayStation 4 und Nintendo Switch. Vorbestellen könnt ihr das ganze unter Anderem auf Amazon unter folgendem Affiliate-Link!

Ouji

Ouji

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